Wie Naturerfahrungen wirken

Wie Naturerfahrungen wirken

„Während ich beobachte, wie das Wasser an mir vorbeizieht, beginnen auch die Gedanken an mir vorbeizuziehen. Bis jetzt sind wir dem Wasser auf verschiedene Weise begegnet: Wir haben ihm zugesehen, ihm zugehört und sind auf ganz besondere Weise mit ihm in Kontakt getreten. Zum Abschluss der Übung beobachten wir nun, was der Fluss mitbringt und was er mitnimmt, nehmen wahr, welche Gedanken und Gefühle in uns dabei aufsteigen.

Unweigerlich kommt der Begriff „Fluss des Lebens“ in meinen Kopf. Ich denke an die Dinge, die das Leben mir mitgebracht hat in den letzten Monaten. Manches davon habe ich genommen, manches ziehen lassen. Und dann sehe ich den Stein, der mitten im Wasser steht und denke an die Situationen, in denen ich nicht die Wahl hatte, sondern mitten drin stand und dem Strom standhalten musste. Und an die Situationen, in denen ich nicht entscheiden konnte, was ich ziehen lasse und was nicht. Wo ich loslassen musste, weil es mich sonst mitgerissen hätte. Und ich verstehe, dass alles gut so ist, wie es ist.“

(Achtsamkeit in der Natur erleben am 27. Juli 2018)

Durch die besondere Begegnung mit den Elementen über alle Sinnes- und Wahrnehmungskanäle ist diese Art der Naturerfahrung immer sehr intensiv. An diesem Abend bekam das achtsame Kennenlernen des Elements Wassers aufgrund der großen Hitze und wochenlangen Trockenheit einen zusätzlichen Kontrast.

Die Wirkung derartiger Momente wird mir von den TeilnehmerInnen meiner Veranstaltungen immer wieder in Sätzen beschrieben wie bspw.

„Es klang noch lange in mir nach“.

„Ich fühle mich gereinigt, leicht und befreit.“

„Kopf leer, Herz voll – neue Energie für den Alltag“

„Ich bin motiviert, weiterhin Achtsamkeit zu praktizieren.“

„Ich fühle mich gestärkt in meinem Veränderungsprozess“.

„Eine unglaubliche Kraftquelle.“

Wie Naturerfahrungen wirken

Was genau diese Effekte auslöst, ist mittlerweile vielfach untersucht und beschrieben – eine kompakte und anschauliche Übersicht las ich neulich von Späker, Thorsten (2018), e&l – erleben und lernen, Heft 3&4, deren Essenz ich hier kurz zusammenfasse:

Neben den physiologischen Auswirkungen von Naturaufenthalten mit positiven Folgen für die körperliche Vitalität wirken Naturräume auch entspannend auf die Psyche. Darüberhinaus üben die natürlichen Rhythmen Einfluss auf uns aus, stimulieren die vielfältigen Impulse unsere Wahrnehmungsfähigkeiten sowie unsere Bewegungsfreude. Die Erfahrung eigener Handlungsmöglichkeiten, der Erkundungstrieb und der Kontrast zur (über)zivilisierten Kultur stellen komplexe Anforderungen an unser Gehirn, das dadurch vielseitig genutzt, stimuliert und weiterentwickelt wird – mit entsprechenden wohltuenden Auswirkungen auf Körper und Geist.

Dies setzt sich auf der intellektuellen Ebene fort: Wie von selbst nutzen die Menschen immer wieder Naturerfahrungen als Spiegel der eigenen Persönlichkeit, fühlen sich inspiriert von dem Symbolreichtum der Natur sowie auch den Möglichkeiten zur spirituellen Erfahrung im Sinne von Verbundenheit.

Gerade letzteres gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Das Gefühl, verbunden zu sein, mit der Natur, mit Menschen, die das Gefühl teilen, mit sich selbst… Viele suchen bewusst oder unbewusst danach, denn es gibt ihnen Stärke.

Meine Aufgabe ist es, für diese Art der Erfahrungen den passenden Rahmen zu gestalten und die Menschen dabei achtsame und einfühlsam zu begleiten.

Du kennst Menschen, die das interessieren könnte? Teile diesen Artikel gerne!

 


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